Vitamin B12 und Akne: Ein Blick auf neue Studien

Heutzutage weiß man, dass ein guter Vitamin B12 Spiegel die Lebensqualität deutlich verbessert, da dieses an sehr viele Prozessen im Körper maßgeblich beteiligt ist. Es gehört zu den Vitaminen, die wohl mit am meisten erforscht ist.

In diesem Artikel möchte ich durch renommierte Studien aufzeigen, dass es nicht nur sehr wichtig für viele Körperprozesse ist, sondern auch in einigen Fällen Akne, Furunkel oder Entzündungen hervorrufen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was versteht man unter B-Vitaminen?

Die Gruppe der B-Vitamine besteht aus insgesamt acht zusammengefassten Vitaminen:

  1. Vitamin B1 – auch Thiamin genannt
  2. Vitamin B2 – auch Riboflavin genannt
  3. Vitamin B3 – auch Niacin genannt
  4. Vitamin B5 – auch Pantothensäure genannt
  5. Vitamin B6 – auch Pyridoxin, Pyridoxamin oder Pyridoxal genannt
  6. Vitamin B7 – auch Biotin oder Vitamin H genannt
  7. Vitamin B9 – auch Folsäure, Vitamin B11 oder Vitamin M genannt
  8. Vitamin B12 – auch Cobalamin genannt

Hinweis: Was die Vitamine im einzelnen im Körper bewirken, hat der Wikipedia Artikel für Vitamine schon sehr gut beschrieben, daher werde ich nur oberflächlich darauf eingehen.

Bei Vitaminen handelt es sich im Allgemeinen immer um Stoffe, die der Körper nicht selber produzieren kann und daher auf die Zufuhrt durch die Nahrung angewiesen ist.

Aus diesen kann der Körper dann andere Koenzyme produzieren, die wiederum an vielen Stellen im Organismus direkt eingesetzt oder gespeichert werden.

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Was passiert bei einem B12 Mangel?

Das wohl bekannteste Symptom bei einem Vitamin B12 Mangel ist Müdigkeit, da es maßgeblich an der Blutbildung und dem Sauerstofftransport beteiligt ist.

Konzentrationsschwächen, Depressionen oder Stimmungsschwankungen sind ebenfalls erste Anzeichen einer Unterversorgung. Dies gilt allerdings für viele Krankheiten und Mängel, daher sollte die genaue Ursache am besten erst einmal mit einem Arzt abgesprochen werden.

Volkskrankheit Mangel

Wie beim Vitamin D gibt es auch beim Vitamin B12 eine hohe Chance unter einem Mangel zu leiden. 

Schlechte Ernährung, Vorerkrankungen, übermäßiger Stress, äußere Einwirkungen oder Diäten / Ernährungsumstellungen (das gilt explizit für Veganer) führen häufig zu einer Unterversorgung des Vitamins.

Ist der Darm außerdem von einer Vorerkrankung (Intoleranzen, Lebensmittelallergien oder chronische Krankheiten) geplagt, kann die Nährstoffaufnahme stark eingeschränkt sein. Über die geschädigte / gestresste Darmschleimhaut können nur wenige Vitamine aufgenommen werden, womit der Körper langsam und meist unbemerkt in einen Mangel rutscht.

Eine Abklärung mit dem Arzt, inklusive Bluttest (der in den häufigsten Fällen leider selber bezahlt werden muss) ist bei ersten Mangelerscheinungen also dringend durchzuführen. 

Wo ist Vitamin B12 enthalten?

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Vitamin B12 ist eines der Vitamine, welches nicht in pflanzlichen Lebensmitteln (oder nur in sehr geringen Mengen) vorkommt. Das erklärt auch, warum Veganer häufig einen Mangel aufweisen und mit Tabletten nachhelfen müssen.

Tierische Produkte wie Fleisch, Fisch oder auch Eier haben meist eine ausreichende Mengen enthalten. Das kommt daher, dass viele Bauern oder Züchter ihren Tieren, meist Schweinen und Hühnern, das Vitamin mit dem Essen als Nahrungsergänzung verabreichen.

Kühe und Schafe können das Vitamin B12, durch deren einzigartigen Organismus, selber produzieren. Als Wiederkäuer haben sie Bakterien in ihrem Pansen sitzen, die Vitamin B12 produzieren und nehmen es direkt über den Darm auf. 

Auch Pferde haben Vitamin B12 produzierende Bakterien in ihren Verdauungsorganen und selbst bei einigen Fischen hat man diese mittlerweile nachweisen können.

Da also Bakterien an der Produktion des B12 verantwortlich sind, ist es fast unmöglich dieses in Pflanzen zu finden. 

Mit einer Ausnahme: Chlorella. Dies ist eine Alge, die einen hohen Vitamin B12 Wert aufweist, den der Körper sogar sehr gut verwenden kann. Mir ist allerdings nicht bekannt, ob man diese zum Essen kaufen kann. Als Tabletten werden jedoch mittlerweile Presslinge in bekannten Drogerieketten angeboten.

 

B-Vitamine und Akne (eigene Erfahrung)

Im Internet findet man sehr häufig die Empfehlung täglich ein Vitamin B Komplex Präparat einzunehmen. Eigentlich gibt es damit nämlich keine Probleme und dem Körper kann dies auch nur in hohen Dosen schaden.

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So habe ich auch vor einigen Jahren ein Präparat mit den prominentesten B-Vitaminen (B6 & B12) ausprobiert. Ich hatte schon immer Probleme mit Müdigkeit und wirkte energielos, alles Erscheinungen eines Mangels, dachte ich mir.

Meiner Erinnerung nach hatte sich die ersten Wochen nichts im Hautbild und Wohlbefinden des Körpers verändert. Klar, ist man in einem Mangel, kann es Wochen dauern bis die Speicher aufgefüllt sind. Doch irgendwann merkte ich, dass meine Akne immer schlimmer und größer wurde.

Dies war bereits nach meiner zweiten Isotretinoin Therapie, die leider nur für ca. 1 Jahr gehalten hatte.

Als Student mit einem begrenzten Budget war meine Ernährung natürlich nicht die beste, daher schob ich die veränderten Hautunreinheiten auf meine Lebensweise.

Allerdings plagten mich in diesem Zeitraum immer wieder größere Furunkel, und das untypischerweise auch am ganzen Körper. Das war ein erstes Zeichen von: „Irgendetwas machst du gerade falsch“.

Sucht man nach Gründen dafür, kommt vieles in Frage. Man sollte sich aber immer mit dem beschäftigen, was eingenommen wird. Über eine Recherche im Internet habe ich dann so einige Informationen über den Zusammenhang zwischen B12 und Hautunreinheiten gefunden.

Danach habe ich die Nahrungsergänzung erst einmal für einige Zeit eingestellt. Meine Haut erholte sich und die Ausbrüche der großen Furunkel gingen merklich zurück.

Was war also passiert?

Vitamin B12 und Akne (Studie)

In vielen Foren und Online Communities gibt es bereits schon länger die Annahme, dass gewisse Vitamine Akne auslösen oder verschlimmern können.

Auf Reddit gibt es dazu immer wieder Diskussionen. Die Leute berichten, genau wie ich, von einer Verschlimmerung derer Hautunreinheiten und nach dem Absetzen über eine rasche Beruhigung. 

Schaut man dazu in der größten Datenbank für wissenschaftliche Studien nach (Pubmed), stößt man schnell auf eine Studie aus dem Jahre 2018.

Die Wissenschaftler aus den USA wollten wissen, wie sich die Nahrungsergänzung von Vitamin B12 auf die Bakterien der Haut auswirken. 

Davon tummeln sich nämlich nicht nur viele auf der Haut, sondern auch in den Hautporen / Haarfolikeln und können dort unter anderem zu Entzündungen führen.

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Eines der prominentesten Bakterien, welches in der Dermatologie für Akne bekannt ist, ist das Propionibacterium acnes, auch P. Acnes genannt. Dieses wurde in der Studie bei zehn gesunden Probanden auf Unstimmigkeiten untersucht. Anschließend bekamen alle eine Vitamin B12 Injektion. 

Einer der zehn Testkandidaten entwickelte nach einigen Tagen eine starke Akne. Nach erneuter Untersuchung konnten die Wissenschaftler feststellen, dass sich die Gene des Bakteriums verändert hatten. 

Sie wiesen eine erhöhte Produktion des Stoffes Porphyrin auf, der dafür bekannt ist Entzündungen hervorzurufen. Daher wird angenommen, dass diese Entzündungen zu Akne führen.

Hier lässt sich die gesamte Studie zusammengefasst auf Englisch nachlesen. Wer lieber den wissenschaftlichen Artikel auf Pubmed lesen möchte, kann hier klicken.

Eine andere Studie, Anfang 2020 veröffentlicht, kam auf das selbe Ergebnis: Erhöhte Porphyrin Produktion durch P. Acnes durch die Zugabe von Vitamin B12. Andere Stämme der selben Gruppe waren davon nicht betroffen.

Was kann man gegen P. Acnes machen?

Das Ergebnis der Studie lässt darauf schließen, dass nur die Elimination der Bakterien helfen kann, einen guten Vitamin B12 Spiegel, gemeinsam mit reiner Haut, zu erreichen.

Im Kampf gegen die nervigen P. Acnes Bakterien gibt es heutzutage unzählige Cremes. Der Hautarzt verschreibt dabei häufig eine Kombination aus Creme und oralem Antibiotikum.

Auch eine Salbe mit Benzoylperoxid kann helfen die Bakterienanzahl zu verringern und damit dem Ausstoß von Porphyrin entgegenzuwirken. Benzoylperoxid sorgt nämlich dafür, dass eine Oxidation im Inneren der Haarfolikel stattfindet, damit Sauerstoff freisetzt und dadurch die Bakterien abtötet.

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Eine interessante Studie testete außerdem die Auswirkungen der Behandlung mit „hochintensivem blauen Licht“. Darin wurde eine erhöhte Mortalität der Bakterien gegenüber diesem nachgewiesen. Ob und wie weit dies in der Bekämpfung von Akne eingesetzt wird oder werden kann, ist allerdings noch nicht geklärt. Hierzu bedarf es noch weiteren Studien.

Das Problem an all dem ist jedoch: Man weiß noch nicht genau, ob diese Maßnahmen wirkliche Auswirkungen haben. Schließlich bekämpft man damit nämlich nicht die Ursache, sondern die Symptome. Um Klarheit zu schaffen, müssen auch hier erst wieder neue Studien durchgeführt werden.

Mal schauen, was die Zukunft bringt!

Wenn Vitamin B12 = Akne

Es sollte darauf geachtet werden, dass ein guter Spiegel erreicht wird, der nicht gefährlich ist. Ansonsten sollte von der Supplementation mit B12 abgesehen werden.

Ein kleiner Tipp: Die meisten Hersteller von alternativen Milchprodukten geben ihren Produkten kleinere Dosen B-Vitamine bei. Auch wenn hier nur geringe Mengen enthalten sind, ist das auf jeden Fall besser als gar nichts. 

Meiner eigenen Erfahrung nach hat sich der Konsum solcher Lebensmittel nicht negativ auf das Hautbild ausgewirkt. Aber schön immer darauf achten, dass viele dieser Produkte, zwecks Geschmack, auch eine Menge Zucker enthalten. Dies kann nachweislich zu Akne führen – daher am besten alles in Maßen genießen!

Zusammenfassung: Vitamin B12

Vitamin B12 ist ein lebenswichtiges Vitamin, welches über tierische Produkte oder Nahrungsergänzung dem Körper zugefügt werden kann. Syptome für einen Mangel sind meist über Energielosigkeit, Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche erkennbar. Für Personen, die anfällig für Akne sind, kann die Supplementation zu Hautproblemen führen.

Fazit

Ganz verstanden ist das Mysterium um den Zusammenhang zwischen Vitamin B12 und Akne noch nicht. Es sieht so aus als ob das Vitamin stark mit der Produktion von dem entzündungsfördernden Porphyrin korreliert. 

Es schadet außerdem nicht, sollte man derzeit aktiv mit B12 supplementieren, dieses für einige Wochen auszusetzen. Der Körper hat, wenn genügend eingenommen wurde, überall versteckte Reserven, auf die er in der Not über mehrere Wochen zurückgreifen kann.

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